Sonntag, 20. Mai 2012

Vorsicht - Elster im Anflug!

Die Natur steckt voller Gefahren. So musste ich heute beobachten, wie eine Elster auf ihrer Futtersuche auch unseren Kirschbaum als Speisekammer betrachtete. In dem Baum hatte ich vor einigen Jahren einen Nistkasten aufgehängt, der dieses Jahr schon zum zweiten Mal genutzt wird. Zuerst nistete eine Kohlmeisenfamilie darin, jetzt im Mai sind Spatzen eingezogen.
Mir persönlich bedeutet dies sehr viel, da ich diesen Baum mit meinem im letzten März verstorbenen Vater verbinde. In dem Baum zeigt sich so viel Leben, dass mir wie am Todestag meines Vaters, so auch in der Folgezeit ständig bewusst wird, dass Leben grundsätzlich niemals endet und sich lediglich von Form zu Form wandelt. Wer diese Gedankengänge vertiefen möchte, dem empfehle ich das Buch "Siddhartha" von Hermann Hesse, das das Leben des jungen Gautama Buddha und seine Erkenntnisse zum Inhalt hat.

Mitten im Kirschbaum ist der Nistkasten versteckt. Doch die Spatzeneltern waren nicht auf ein Foto zu bannen. Ich schlich lange Zeit um den Baum herum und hielt meine Kamera bereit. Aber das Elternpaar ließ sich nicht blicken. Setzte ich mich auf die Terrasse, flog es ein und aus unterm Blätterdach. Als die oben erwähnte Elster kam, blieb es im Baum sitzen, machte ein höllisches Geschrei, warnte seine Jungen sich still zu verhalten. Als eine Amsel in den Baum flog, störte das die erwachsenen Vögel keinen Deut, sie fütterten in Ruhe weiter. Die Amsel saß lange dort, sang ein umfangreiches Lied. Aber als ich wieder vorsichtig an den Baum trat, zogen sich die Elterntiere vom Futterloch zurück, hüpften auf verschiedenen Ästen herum und gaben deutliche Warnlaute von sich, die aber viel weniger aufgeregt klangen als die Töne, die sie beim Erscheinen der Elster von sich gegeben hatten. Ich darf dies wohl so interpretieren, dass die Spatzen mich als weniger gefährlich einstufen als die Elster. Woher wissen sie das nur?



Da mir ein Foto mit Spatzen einfach nicht gelingen wollte, habe ich ein Spatzenjunges als Clipart eingefügt. (Quelle)


Noch sind die Jungen nicht zu sehen, dafür aber um so lauter zu hören.

Mit etwas Fantasie sehe ich die Jungvögel schon ihre Nisthöhle verlassen
Nun bin ich gespannt, wann im Kirschbaum wieder Ruhe einkehrt. Bald werde ich selbst darin herumturnen, denn die sommerlichen Köstlichkeiten deuten ihr köstliches Versprechen schon an:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen