Mittwoch, 23. Oktober 2013

Wieder ein neues Hotel

Auf unserem Grundstück gibt es schon zwei Hotels. Nein, wir sind keine Hoteliers, nur Tierfreunde. Als ich in einer Zeitschrift einen Igel im Laub überwintern sah, fiel mir ein, dass unser Kirschbaum täglich so viel Laub abwirft, dass dieses für ein Hotel reichen würde. Also legte ich los. In einer durch Baumfällung neu entstandenen freien Gartenecke wählte ich ein verstecktes Plätzchen für das zu bauende Igelwinterhotel.

Zuerst habe ich vier Tomatenstäbe in die Erde gesteckt und mit Bindeband so umwickelt, dass an den Seiten Querstreben entstanden. Darüber habe ich alte Bettlaken und eine nicht mehr verwendete Tischdecke (dunkle Farben bzw. Grün) gehängt und an den Ecken mit Bindeband an den Stangen angeknotet. Auch einen im Hintergrund stehenden Baum habe ich bei der Befestigung des Gestells mit einbezogen, denn das Hotel soll sich möglichst gut getarnt in die Natur einfügen. Nun wurde Laub geharkt und hineingeschüttet. Das geht so noch nicht. Es kann nach vorn herausfallen.



Die Stoffbahnen habe ich unten mit Holzscheiten aus unserem Brennholzvorrat befestigt.



Vorn wurde noch eine Stoffbahn angeknotet, damit das Laub nicht ganz herausfällt, wenn ein Windstoß kommt. So war ich erstmal zufrieden.



Ich testete, wie gut das Hotel getarnt ist. So sieht es von der Seitenstraße aus. Sie wird nur von den Nachbarn befahren.




Und so schaut man von der anderen Straße aus auf das Hotel. Na? Entdeckt?




Da ist es! Auf dieser Straße kommen oft Fußgänger, auch gelangweilte Jugendliche vorbei, die schon mal Blumen ausreißen, Bierflaschen in den Garten werfen oder anderen Blödsinn aushecken. Sie werden das Hotel nicht entdecken.




Als ich heute unsere Bechereibe fertig geschnitten hatte, kam ich auf die Idee, für das Hotel noch ein Dach zu bauen. Ich legte abgeschnittene Zweige des Nadelgrüns zu einem Rahmen zusammen, den ich an den Ecken verknotete. Nun konnte die Webarbeit beginnen - ganz in der in Handarbeitskreisen bekannten Webtechnik - eins rauf, eins runter ...
Das ziemlich dicht gesteckte Dach kann ich wie einen Deckel auflegen und zum Einfüllen weiteren Laubs auch herabnehmen.
Außerdem wurde der Eingang des Hotels weiter geschlossen.



Es kommt noch allerhand Laub von unserem Kirschbaum herunter ...




Noch einmal der mit Holz und Stoff verkleinerte Eingang. Ein Igel - wenn er kommen sollte - wird ihn finden. Einen angebissenen Apfel, den ich während der Gartenarbeit gegessen habe, findet der Igel als Einladungsobjekt in der Tür. Vielleicht werden es aber Mäuse sein, die einziehen. Wer weiß? In unserem Meisennistkasten ist dieses Jahr schließlich auch keine Meise, sondern ein Spatzenpaar aufgezogen worden. 



Noch einmal der Blick von der Seitenstraße aus:



Die Tarnung versteckt das Hotel nicht nur, sondern gewährt auch zusätzlich Schutz vor der Kälte. Das Insektenhotel im Vordergrund ist derzeit kaum belebt.


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