Posts mit dem Label Kirschbaum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kirschbaum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 13. November 2016

Kreislauf des Seins



Müde legt ihr euch zur Ruh,
kristallene Kälte deckt euch zu.
Mit leisezartem glasigem Ton 
fielt ihr herab vom Sommerthron.
Nun greift der Winter euer Leben,
wird euch zu neuen Stoffen weben,
aus denen dann im jungen Mai
dem Baum ein frisches Kleid gedeih.
So seid ihr Teil der Ewigkeit,
wandelndes Leben für alle Zeit. 

(C) UNik 11/2016



Dieses Gedicht schrieb ich, nachdem der erste Frost des Herbstes 2016 in unseren Garten eingezogen war. Beim Aufsteigen der Sonne ging ich durch den überzuckerten Garten und entdeckte viele kleine Frostkunstwerke der Natur. In weiteren Posts werden noch mehr folgen.

Donnerstag, 10. November 2016

Abschied nehmen

Sommer 2016 ...

noch ein letztes Mal winkst du uns zu,
fröhlich flattert dein im Sterben gespeichertes Sonnengelb 
vor neblig verhülltem Himmelblau.

Es lässt sich rütteln vom Wind des Herbstes,
bis es kraftlos nachgibt
und auf den Wehen der Veränderung
ergeben zu Boden taumelt.

Kirschbaum

Sommer 2016 ...

im feurig leuchtenden Rot erstirbt deine Kraft,
entringt uns noch ein letztes Aufseufzen,
das doch eher von Traurigkeit als von Freude singt.

Im Aufflackern deines blutroten Leuchtens 
wird all unser sommerliches Erleben 
in den weißen Winter hinein verebben,
bis du im nächsten Frühjahr in verletzlich winzigen Keimen
uns das Versprechen eines neuen Sommers schenkst.

Amerikanischer Amberbaum

Sonntag, 3. Mai 2015

Gartenspaziergang im Mai

Das neue Jahr in meinem Gartenblog beginnt spät. Inzwischen sind wir mitten im Frühjahr. Und endlich habe ich mit meiner Kamera einen Gartenspaziergang gemacht. Alles eingefangen, was mich angelächelt oder angestrahlt hat.

Die Zierkirsche hat letztes Jahr einen großen Wachstumsschub gemacht. Und das, obwohl wir sie recht spät noch zurückgeschnitten haben.


Ihre Blüten zieren sie, als hätte sie ein Brautkleid übergezogen. 


Vor kräftig blauem Himmel entfaltet sie ihre ganze Strahlkraft.


Schäbige Gartenecken wollen mit einfachen Mitteln geschmückt werden. Das graue Holz habe ich aus Norwegen mitgebracht. Die rostenden Glocken passen zu dem bereits etwas morschen Holz. Hier darf sich von Jahr zu Jahr etwas verändern. Ob ich mal einen alten Stuhl finde, den ich auf den hässlichen Kanaldeckel stelle? Oder ob ich ihn bemale? Alles offen ...


Das kleine Blumenbeet in der Gartenmitte wächst durch das regelmäßige Abstechen der Ränder von Jahr zu Jahr um einige Zentimeter. In diesem Frühjahr wachsen darin Primeln, Stiefmütterchen und Hornveilchen.


Die blau-gelbe Zeit hat begonnen!



Wenn schon Rot, dann explosiv!



Ich liebe Polsterstauden ... sie geben dem Garten einen farbigen Rahmen.



Farbe satt!



Oder ganz  pastellig.



Was für eine wunderzarte Gestalt!



Unser Kirschbaum hat den starken Rückschnitt vor zwei Jahren wohl übel genommen,
ist nur spärlich mit Blüten versehen.




Die letzte voll blühende Primel des Frühjahrs 2015:


Mittwoch, 23. Oktober 2013

Wieder ein neues Hotel

Auf unserem Grundstück gibt es schon zwei Hotels. Nein, wir sind keine Hoteliers, nur Tierfreunde. Als ich in einer Zeitschrift einen Igel im Laub überwintern sah, fiel mir ein, dass unser Kirschbaum täglich so viel Laub abwirft, dass dieses für ein Hotel reichen würde. Also legte ich los. In einer durch Baumfällung neu entstandenen freien Gartenecke wählte ich ein verstecktes Plätzchen für das zu bauende Igelwinterhotel.

Zuerst habe ich vier Tomatenstäbe in die Erde gesteckt und mit Bindeband so umwickelt, dass an den Seiten Querstreben entstanden. Darüber habe ich alte Bettlaken und eine nicht mehr verwendete Tischdecke (dunkle Farben bzw. Grün) gehängt und an den Ecken mit Bindeband an den Stangen angeknotet. Auch einen im Hintergrund stehenden Baum habe ich bei der Befestigung des Gestells mit einbezogen, denn das Hotel soll sich möglichst gut getarnt in die Natur einfügen. Nun wurde Laub geharkt und hineingeschüttet. Das geht so noch nicht. Es kann nach vorn herausfallen.



Die Stoffbahnen habe ich unten mit Holzscheiten aus unserem Brennholzvorrat befestigt.



Vorn wurde noch eine Stoffbahn angeknotet, damit das Laub nicht ganz herausfällt, wenn ein Windstoß kommt. So war ich erstmal zufrieden.



Ich testete, wie gut das Hotel getarnt ist. So sieht es von der Seitenstraße aus. Sie wird nur von den Nachbarn befahren.




Und so schaut man von der anderen Straße aus auf das Hotel. Na? Entdeckt?




Da ist es! Auf dieser Straße kommen oft Fußgänger, auch gelangweilte Jugendliche vorbei, die schon mal Blumen ausreißen, Bierflaschen in den Garten werfen oder anderen Blödsinn aushecken. Sie werden das Hotel nicht entdecken.




Als ich heute unsere Bechereibe fertig geschnitten hatte, kam ich auf die Idee, für das Hotel noch ein Dach zu bauen. Ich legte abgeschnittene Zweige des Nadelgrüns zu einem Rahmen zusammen, den ich an den Ecken verknotete. Nun konnte die Webarbeit beginnen - ganz in der in Handarbeitskreisen bekannten Webtechnik - eins rauf, eins runter ...
Das ziemlich dicht gesteckte Dach kann ich wie einen Deckel auflegen und zum Einfüllen weiteren Laubs auch herabnehmen.
Außerdem wurde der Eingang des Hotels weiter geschlossen.



Es kommt noch allerhand Laub von unserem Kirschbaum herunter ...




Noch einmal der mit Holz und Stoff verkleinerte Eingang. Ein Igel - wenn er kommen sollte - wird ihn finden. Einen angebissenen Apfel, den ich während der Gartenarbeit gegessen habe, findet der Igel als Einladungsobjekt in der Tür. Vielleicht werden es aber Mäuse sein, die einziehen. Wer weiß? In unserem Meisennistkasten ist dieses Jahr schließlich auch keine Meise, sondern ein Spatzenpaar aufgezogen worden. 



Noch einmal der Blick von der Seitenstraße aus:



Die Tarnung versteckt das Hotel nicht nur, sondern gewährt auch zusätzlich Schutz vor der Kälte. Das Insektenhotel im Vordergrund ist derzeit kaum belebt.


Dienstag, 7. Mai 2013

Farbige Meere

Wie erfüllen sie unsere Seele mit Freude, die Meere, die sich im Mai über den Garten ergießen! Meere aus Farben und Formen ... 

Heute will ich Meere aus Miniblüten hereinfluten lassen, hierher, in mein Gartenblog. Es sind die Polster, die den Boden bedecken wie kleine Kissen, aber auch die filigranen Dächer, die bei unserem Blick nach oben den Himmel über uns schmücken wie ein Schleier die Braut.

Einheitlich und perfekt ...

... aber machen nicht gerade die Fehler das Leben interessant?

Unser Kirschbaum, dessen Blüten niemals alle zu Kirschen werden können -  es würde ihn brechen!

Sonntag, 20. Mai 2012

Vorsicht - Elster im Anflug!

Die Natur steckt voller Gefahren. So musste ich heute beobachten, wie eine Elster auf ihrer Futtersuche auch unseren Kirschbaum als Speisekammer betrachtete. In dem Baum hatte ich vor einigen Jahren einen Nistkasten aufgehängt, der dieses Jahr schon zum zweiten Mal genutzt wird. Zuerst nistete eine Kohlmeisenfamilie darin, jetzt im Mai sind Spatzen eingezogen.
Mir persönlich bedeutet dies sehr viel, da ich diesen Baum mit meinem im letzten März verstorbenen Vater verbinde. In dem Baum zeigt sich so viel Leben, dass mir wie am Todestag meines Vaters, so auch in der Folgezeit ständig bewusst wird, dass Leben grundsätzlich niemals endet und sich lediglich von Form zu Form wandelt. Wer diese Gedankengänge vertiefen möchte, dem empfehle ich das Buch "Siddhartha" von Hermann Hesse, das das Leben des jungen Gautama Buddha und seine Erkenntnisse zum Inhalt hat.

Mitten im Kirschbaum ist der Nistkasten versteckt. Doch die Spatzeneltern waren nicht auf ein Foto zu bannen. Ich schlich lange Zeit um den Baum herum und hielt meine Kamera bereit. Aber das Elternpaar ließ sich nicht blicken. Setzte ich mich auf die Terrasse, flog es ein und aus unterm Blätterdach. Als die oben erwähnte Elster kam, blieb es im Baum sitzen, machte ein höllisches Geschrei, warnte seine Jungen sich still zu verhalten. Als eine Amsel in den Baum flog, störte das die erwachsenen Vögel keinen Deut, sie fütterten in Ruhe weiter. Die Amsel saß lange dort, sang ein umfangreiches Lied. Aber als ich wieder vorsichtig an den Baum trat, zogen sich die Elterntiere vom Futterloch zurück, hüpften auf verschiedenen Ästen herum und gaben deutliche Warnlaute von sich, die aber viel weniger aufgeregt klangen als die Töne, die sie beim Erscheinen der Elster von sich gegeben hatten. Ich darf dies wohl so interpretieren, dass die Spatzen mich als weniger gefährlich einstufen als die Elster. Woher wissen sie das nur?



Da mir ein Foto mit Spatzen einfach nicht gelingen wollte, habe ich ein Spatzenjunges als Clipart eingefügt. (Quelle)


Noch sind die Jungen nicht zu sehen, dafür aber um so lauter zu hören.

Mit etwas Fantasie sehe ich die Jungvögel schon ihre Nisthöhle verlassen
Nun bin ich gespannt, wann im Kirschbaum wieder Ruhe einkehrt. Bald werde ich selbst darin herumturnen, denn die sommerlichen Köstlichkeiten deuten ihr köstliches Versprechen schon an: