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Montag, 18. Juni 2018

Der Sommer ist lang - oder tief!

Was bekam ich gerade zu hören?

"Wir haben schon Mitte Juni ... meine Güte, was ist der Sommer doch kurz!"

Dabei haben wir es doch selbst in der Hand, wie lang wir den Sommer haben wollen. In dem Moment, in dem man beschließt, alles sehr bewusst und in die Tiefe gehend zu betrachten, wird der Sommer unendlich. Abgesehen davon, dass wir die Zeit beim vertieften Betrachten vergessen, wissen wir doch, dass der Sommer immer wieder kommt. Und das Fantastischste daran ist: Er kommt IMMER WIEDER NEU!

Und genau das will ich mit meinem Gartenblog tun ... vertieft betrachten ... und zu ähnlich vertieftem Betrachten anregen. Gehe durch den eigenen Garten oder durch die Gärten anderer Menschen, wenn Du selbst nicht glücklicher Garten(mit)gestalter bist. Oder betrachte Deine Topfblumen - ich bin sicher, Du hast welche, sonst würdest Du kaum hierher gekommen sein. Menschen, die keine Natur, keine Pflanzen, keine Blumen mögen, werden sich wohl kaum in mein Blog verirren.

Heute will ich eine eigensinnige Pflanze vorstellen, die ich im Mai in unseren Garten holte - eine Dipladenia mit leuchtend roten Trompetenblüten. Auf welchem Wege gelangte sie in mein Bewusstsein? - Es war meine Freundin T.V., die mir ein Foto von ihrem wunderschönen Exemplar schickte, das sie in ihren Terrassentrog gepflanzt hatte und das hoch hinaus gerankt war. So etwas wollte ich auch haben! Gerade des Rankens wegen ... ja - von wegen!

Es war nach den Eisheiligen Mitte Mai, dass ich die wunderschön leuchtende Blume, die bereits in der Gärtnerei bis zum Blühstadium gezogen worden war, in unseren Trog pflanzte. Dort blüht sie seit jenem Tag ohne Unterlass. Gute Laune machen die kräftig roten Blüten, die sich wie kleine Trompetentrichter dem Licht entgegenstrecken. In der Blütenmitte lockt die energiereichste Farbe - das Orange - den Blick tiefer hinein, die Blüten locken Hummeln und Bienen an - Kolibris in unseren Breiten natürlich nicht, in ihrer tropischen Heimat allerdings schon.

In dem bereits rankenden Zweigwerk entdeckte ich eine kleine Kletterhilfe und freute mich auf den Drang der Blume, irgendwo hochzuklettern. Also bot ich ihr ein entsprechendes Gerüst an, mit dessen Hilfe sie in die Höhe würde wachsen können.


Am oberen Ende befestigte ich die Spitzen der Rankhilfe mit einem Bindfaden an der Sichtschutzwand und ließ der Natur ansonsten ihren Lauf.

Auf dem nächsten Foto ist bereits zu sehen, dass die Rankhilfe angenommen wurde. Aber die an dem Rankzweig wachsenden Blätter sind noch sehr klein und Blütenansätze kann ich keine entdecken. Nun bin ich ja ein geduldiger Mensch, doch inzwischen erfuhr ich, dass im Handel oft gestauchte Züchtungen angeboten werden, die künstlich am Wachstum gehemmt werden. Sollte meine Dipladenie so behandelt worden sein? Es ranken nur zwei Wachstumstriebe und die halt sehr spärlich.

Allerdings kann ich angeblich im nächsten Jahr mit mehr Rankwachstum rechnen. Ob ich sie als Zimmerpflanze durch den Winter begleite? Es lohnt sich, denn ... "wenn das Stauchmittel seine Wirkung verloren hat, schießen sie merklich in die Höhe"!!, so erfuhr ich aus einer Gartenzeitschrift.


Und nun möchte ich noch vom Eigensinn der Pflanze erzählen. 

Ein Trieb, wie man auf dem vorherigen Foto bereits sieht, hat sich nach dem Verlassen des Rankgerüsts weiter um den Bindfaden hochgeschlungen und anschließend ein Dekoelement des Sichtschutzzauns umringelt.

Den zweiten Trieb wollte ich um den nächsten Stab leiten, rechts von dem anderen. Pustekuchen!!!

Pflanzen wissen selbst, wie sie wachsen wollen! Sie haben einen Eigensinn.

Hier der erste Trieb:



Noch einmal von der Rückseite der Wand aus gesehen:



Und der zweite? Was tut der? Er wächst ganz frech weiter nach rechtsrechtsrechts ... bis er einen schmalen Spalt entdeckt, durch den die Sonne morgens ihre verlockenden Strahlen sendet. Hier will die Pflanze mit ihrem zweiten Trieb hin. 

Wollte man die Triebe mit Personen vergleichen, so würde uns der zweite sagen: "Nee, so nah will ich nicht an den anderen. Wenn ich mal meine Blätter habe und Blüten entwickle, dann wird es mir zu eng in so großer Nähe. Aber hier ist ein tolles freies Plätzchen für mich!"




Ob die Wurzel weiß, was ihre Spitzen dort oben in luftiger Höhe treiben? Ich bin ganz sicher: JA! Denn alle Teile der Pflanze sind miteinander verbunden. Es ist ein anderes Wissen, als es uns Menschen zueigen ist. Dieses Wissen beruht nicht auf Verstand, es beruht auf ... na ... WISSEN halt!!! Naturimmanentes göttliches Wissen. Eine besondere Form der Intelligenz - In-ZELL-igenz!



Ich werde später berichten ...

Sonntag, 25. August 2013

Bauernkaktus spielt Königin der Nacht

So ein raffinierter Lümmel! Den ganzen Tag habe ich bei Sonnenschein auf der Terrasse neben ihm gesessen, neben meinem BAUERNKAKTUS und habe auf das Tataaaaa der sich öffnenden Knospe gewartet. 





Um 20 Uhr war es mir genug. Es dämmerte langsam und ich ging ins Haus. Kurz vor zehn wollte ich nochmal nachschauen, ob auch die Sitzmöbelpolster schon reingeholt wären, und stellte fest: ER BLÜHT! Da hat doch dieser Bauernlümmel tatsächlich gewartet, bis ich drinnen war, um sich dann wie seine verwandte Diva, die KÖNIGIN DER NACHT, zu verhalten und seine Blüte erst bei Dunkelheit zu öffnen. Ts ts ... Täuschungsmanöver ersten Ranges!

Nun, ich besitze ein Handy mit Blitzlicht und damit kam ich ihm auf die Spur:



Nix da, mal so heimlich in der Nacht aufgehen und am nächsten Morgen ätsch sagen ... Euch, liebe Blogleser,  sei dieses Wunder der Natur nicht vorenthalten:


Es ist die Blüte Nummer 4, seit der Kaktus bei mir sein erneutes Zuhause hat. Und jedes Mal bin ich wieder genau so begeistert wie bei der ersten Blüte. Ist sie nicht schön? Und ganz besonders bei Dunkelheit ... ob die Nachtfalter genauso empfinden? Ich habe den Kaktus draußen gelassen, so dass sie sich an ihm laben können (wenn es denn so ist).

Und weitere Knospen versprechen eine Fortsetzung der Freude ...

Sonntag, 4. August 2013

Magie der Purpurwinde

Nur einen Tag blühen die Blüten dieser wunderschönen Winde. Ungern sehen wir sie als Ackerwinde, wenn sie in den Sträuchern und Stauden unseres Gartens emporklettert und die Pflanzen zu erwürgen scheint mit ihren sich um alles ringelnden Ranken. Auch die Wurzeln der Artverwandten sind kaum auszurotten. Und doch hat sie vor dem Schöpfer den gleichen Wert wie dieses Exemplar, um das ich mich dieses Jahr überhaupt nicht zu kümmern brauchte. 
Letztes Jahr hatte ich in jedem meiner Terrassentröge je ein Exemplar gepflanzt, das sich durch seine Samen ordentlich vermehrt hat und dieses Jahr von ganz allein wieder erschien.

Nicht nur die Ranken winden sich spiralig, die Spirale ist Programm dieser Pflanze, was sich auch im Blütenbau zeigt. Auf dem oberen Foto ist die Knospe noch geschlossen, sollte sich dann aber im Laufe des Vormittags öffnen zu einem geheimnisvollen Kelch, aus dessen Mitte das Licht geradezu zu leuchten scheint. Ipomoea tricolor Scarlet O' Hara ist ihr Name und ebenso geheimnisvoll und hübsch erscheint sie in meinem Garten.


Die Blüte birgt in ihrem Inneren ein feinstreifiges Muster, bei dem der Schöpfer sich etwas gedacht haben muss. Eine kleine Insektenautobahn vielleicht? Das Licht muss auf die Tiere wie ein Magnet wirken, denn gern tummeln sich kleine Schwebfliegen darinnen. Die kleinen weißen Pünktchen zeugen von vergangenem Insektenbesuch, bei dem das Tierchen bereits etwas Blütenstaub verschleppt hat.
Tief im Kelch sieht man in blassem Grün den Fruchtknoten, darüber den Stempel. Die Staubblätter scheinen sich über der Stempelnarbe zusammenzuschließen. Leider ist dies trotz Makroaufnahme nicht genau zu erkennen, doch werde ich in den nächsten Tagen noch genaue Untersuchungen dazu anstellen.




Blütenpoesie:


An die Purpurwinde

Geheimnisvoll wie die Sonne im All

Geheimnisvoll leuchtest Du mir entgegen.
Tief in Deiner Mitte,
aus der Dein Strahlen unerklärbar strömt,
hast Du Dich wie eine Lampe entzündet,
um mich in Staunen zu versetzen.
Dem Zentralgestirn Sonne inmitten ihrer Sterne tust Du es gleich,
ohne ihr Licht hinter Dir zu haben.
Nein, vor Dir steht sie
und doch hältst Du ihr Dein eigenes Licht entgegen.
Kleines Wunder Du,
das eigensinnig beweist,
dass es der großen Quelle Energie
aus sich selbst heraus zu schenken vermag.
Gleichnis magst Du daher sein
für mich als Mensch,
der auch ich nichts anderes verströmen kann
als die eine universelle Liebe.

UN 4.8.13



Noch am selben Tag zieht sich die Blüte nach innen und entwickelt ihre Früchte im Verborgenen. Auch dieses Jahr werde ich das Versamen zulassen, spart es doch auch Neubepflanzungen im nächsten Jahr.

"Ich mag nimmer," scheint sie zu sagen. Schmollend verschließt sie ihren Mund, der nun auch von außen, entgegen der Farbe des Knospenäußeren, ganz purpurfarben geworden ist.


Mittwoch, 12. Juni 2013

Eine Bombe im Blumentrog?

Ja, was ist denn nun aus den Wunderblumen geworden? - Da sie ja angeblich erst bei Dunkelheit zu duften beginnen, wollte ich sie gern am abendlichen Terrassensitzplatz haben und pflanzte sie inzwischen in einen der beiden großen Blumentröge. Als ich eines Morgens durchs Wohnzimmerfenster schaute, dachte ich, in einen der Tröge hätte eine Bombe eingeschlagen. Das Troginnere war aufgewühlt, die Wunderblümchen unter einem Haufen dunkler, lockerer Erde begraben. Vorsichtig kratzte ich die Erde von den Pflanzen herunter und konnte erleichtert feststellen, dass sie wohl keinen größeren Schaden erlitten hatten. Nun - es sind ja auch Wunderblumen!
Ich überlegte, was denn da wohl in unserem Trog zu Besuch gewesen war und was es dort gewollt hatte. Gesehen habe ich den ungebetenen Gast ja nicht. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Vielleicht hat eine Amsel nach Regenwürmern gesucht, denn die Erde um die Blümchen war noch so schön locker und offen liegend. Oder eine Katze hat dort ihr Geschäft gemacht und selbiges anschließend ordentlich zugehäufelt. Oder ein Eichhörnchen hat den Trog als Versteck für seine Wintervorräte für gut befunden. Aber hätte es einen solchen Erdhaufen hinterlassen? Oder war gar ein Marder auch in unserem Garten - der, den unsere Nachbarn neulich an ihrer Pergola herumturnen sahen? Würde auch passen, denn hinter dem Trog steht eine Holzwand mit Schmuckdurchbrüchen.
Alle Überlegungen brachten mich bei der Lösung des Problems allerdings nicht weiter. Praktisches wollte getan werden ...
Da mein Schatz gerade zwei Zypressen gefällt hatte und ein riesiger Haufen Zweige noch auf dem Rasen lag, holte ich von dort einige passende Exemplare und legte sie vorsichtig um die Wunderblumen herum. Ha, dachte ich, nun findest Du WERAUCHIMMER keine nackte Erde mehr und der Trog wird für Dich jetzt wohl uninteressant sein. 


Weit gefehlt!
Einige Tage später dasselbe Bild!
Die Zweige waren beiseite getreten, gezerrt oder geweißnichtwas worden, die Erde aufgewühlt wie beim ersten Mal. Ich spürte leichte Säure in mir aufsteigen. Zwar liebe ich Tiere in meinem Garten, dulde die natürlichen Folgen, die das nach sich zieht (Katzenwürste im Blumenbeet, Amselschisser auf der Rasenbegrenzung, Wespenfraß an den Holzwänden und vieles mehr), aber wenn man mit so viel Liebe in kleinen Töpfchen Blumen aus Samen herangezogen hat, dann hört das Dulden bei mir auf. 
Was tun, um einen erneuten Angriff auf die kleinen Zöglinge zu verhindern?
Der Trog brauchte einen anderen Schutz, von dem ich nun hoffe, dass er ein größeres Tier (denn das musste es wohl sein) abhalten würde. Nun wird es spannend, denn eine Panzerhaut ist so ein Blumenbastnetz auch nicht. Aber es sind schon einige Tage vergangen und nichts ist passiert. 
Dieses wenig schmückende Netz werde ich eine Weile gespannt lassen, bis sich die neu gesetzten Pflanzen (auch die anderen) vergrößert haben. Erst dann will ich auch die Zweige nach und nach entfernen. 
Drückt mal die Daumen, dass es klappt und das Tier auch einsichtig ist.


Sonntag, 20. Mai 2012

Herzlich willkommen in meinem Gartenblog

Heute habe ich mal wieder einen längeren Spaziergang durch den Garten gemacht. Dabei lasse ich immer alles auf mich zukommen, betrachte in meditativer Stimmung, was mir Neues und Überraschendes begegnet. Dabei kam mir in den Sinn, diese Eindrücke, Entdeckungen und Gedanken mit anderen Menschen zu teilen.
Daher soll heute - parallel zu meinen Handarbeitsblogs - ein Gartenblog entstehen.
Wenn Du hier bei mir gelandet bist, gehe ich davon aus, dass der Garten ebenso Deine Seele berührt wie meine und ich freue mich, Dich hier begrüßen zu dürfen. Möge Dir das Gezeigte und Geschriebene Anregung für Deine eigenen Gartenfreuden sein!

Mit blumigen Grüßen
ULL-Rike



Aus der Reihe getanzt

Kleiner Normbrecher
und doch nicht Ausbrecher
bist Du,
kleines Veilchengesicht.

Mitten unter Deinesgleichen stehst Du,
doch zeigst Du,
dass in Dir mehr steckt
als Deinen Geschwistergesichtern anzusehen ist.

Du hast es gewagt,
das Andere zu zeigen,
hast Dich nicht angepasst.

So werden wir uns zwar an allen Umstehenden erfreuen,
Dich aber werden wir anlächeln,
weil du unsere Seelenordnung anrührst
und uns zeigst,
dass das Außergewöhnliche,
nicht das Gewöhnliche,
unserem Leben den lesenswerten Kick gibt,
denn ist die Natur nicht das Buch unserer eigenen Seele?