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Dienstag, 5. September 2017

Darf ich mich vorstellen?

Hallo, liebe Gartenfreunde,

mein Name ist Mirabilis jalapa oder - in Eurer Sprache gesagt - Wunderblume. Gern möchte ich mich Euch zeigen, von Nahem, von Weitem ... das, was meinen Namen rechtfertigt, vorführen.

Genau - heute führe ich Euch erst mal vor ... Ihr werdet gleich sehen ...

Ich kann nämlich die Uhrzeit anzeigen. Jaha, und das viel besser als eine normale Uhr mit Zeigern. Dabei könnt Ihr nämlich gleich ablesen, wieviel Zeit VERSTRICHEN ist! Ihr glaubt mir nicht?

Vorweg noch eine Information: Ich messe die Zeit des Tages in 10 Stunden mal 2 = 20 Stunden.


Na, dann mal los: 12 Uhr bis halb eins - ein halbe Stunde ist vergangen.



Fast eins - eine Dreiviertelmirabilsstunde ist vergangen:



Ein langer Zeitraum - 10 bis halb 4:



Viertel nach 4 bis 5:



Dieselbe Zeit(dauer)anzeige - gemerkt?



5 bis fast 7 - ich halte mein Zifferblatt etwas schräg. Flirt-Time! Diese Uhrzeit soll nämlich die ersten Nachtfalter anlocken, denn die mögen meinen in der Nacht ausströmenden Duft. Seht Ihr, wie raffiniert ich solch ein Tierchen imitieren kann?



Die Mitte der Nacht ist erreicht - kurz nach 9 bis 1. Meine Mitternacht ist um 10.



Fast 1 bis zweieinhalb - bald beginnt ein neuer Morgen und ich werde dann meine Ziffernblätter wieder schließen. Aber bis zur Menschen-Uhrzeit um 12 kann man mich noch bewundern, dann muss man bis zum folgenden Abend warten.




Na, Ihr seid mir doch jetzt nicht etwa auf den Leim gegangen? Ist es mir gelungen, Euch vorzuführen? Ihr habt doch nicht geglaubt, ich würde die Uhrzeit anzeigen? Nein? - Gut, dann bin ich froh, denn in Wahrheit möchte ich Euch doch nur dazu verführen, mich um meine Samen zu bitten, um auch so viel Freude in Euren Garten zu zaubern. Deswegen produziere ich nämlich so viele davon. Meine Wenigkeit soll nämlich in der Sommerwelt explodieren wie Eiergranaten. So sehen sie nämlich aus, meine kleinen schwarzen Samenkörner. Aber davon erzähle ich Euch später mehr.

Heute habt Ihr ja erst eine Variante meiner farbenfrohen Blütenpracht zu sehen bekommen. Es gibt noch mehr, die ich Euch an anderen Tagen noch vorführen werde.

Nun noch ein paar fröhliche Bilder aus meinem pinkgelben Farbenspektrum:

Trompete von hinten

Zweifarbig geht über einfarbig

Smalltalk über die Erlebnisse der vergangenen Nacht

Die drei Damen aus Mozarts Zauberflöte

Bis bald, Ihr lieben Blumenfreunde!
Es gibt noch viel zu erzählen ...

Samstag, 27. Juni 2015

Ich spreche direkt zu Deinem Herzen

Der Fingerhut spricht zu uns Menschen:

Ich bin aus dem Wald zu Euch gekommen. Meine Glöckchen läuten leise und doch unaufhörlich, selbst, wenn Ihr Menschen sie nicht hören könnt. 

Am Tage umgibt mich ein ständiges Summen, denn nur durch Bienen, Hummeln und andere Insekten könnt Ihr mich hören. Ihr folgt bei Euren Gartenspaziergängen neugierig dem feinen Summton und landet direkt vor meiner majestätischen Gestalt. 

Die Insekten bestelle ich mit allerhand Lockmitteln. Aber ich kann sie auch abwehren. Schaut mal in meine Blüte. Dort habe ich kleine Härchen wachsen lassen, so dass nur große Insekten wie die Hummel meine Blüten besuchen können. Die anderen schaffen den Weg nicht hindurch.

Mit den kleinen Flecken kann ich die Hummeln dazu überreden, öfters zu Besuch zu kommen. Sie halten meine Flecken für Staubbeutel ... und schon sind sie neugierig und fliegen auf den kleinen Landeplatz, den ich ihnen anbiete. Schaut nur genau hin!

Ja, betrachtet mich mit Liebe, denn dabei werde ich Euer Herz stärken. Aber pflückt nicht meine Blätter, um sie in den Mund zu stecken. Ich garantiere Euch, das kann Euch das Leben kosten!

Meine Blüten öffne ich von unten nach oben. Sie sind zweierlei Geschlechts. Zuerst sind meine oberen Blüten noch männlich, während die unteren schon weiblich werden. So nehmen meine Gäste, die Hummeln, stets den Blütenstaub aus meinen unteren Etagen mit in meine oberen, später sich öffnenden Blüten und befruchten dort meine Stempel.

Manchmal schenke ich meinem Betrachter einen Blick in meine Vergangenheit. Dann nämlich lasse ich an meiner Spitze eine kreissymmetrische Riesenblüte wachsen, die Ihr Menschen Pelorie nennt (was für ein schöner Name!), eine Blütenform, die noch aus meiner Ahnenreihe stammt. Ihr empfindet sie wie eine Krönung meiner Gestalt. Manchmal setzt Ihr in euren Zeichnungen meine Blüten einer kleinen Elfe auf den Kopf. Wenn Ihr wüsstet, wie gut Ihr das erkannt habt!

Noch viel mehr könnte ich Euch über mich erzählen, aber es ist nun Zeit, dass Ihr all das, was ich Euch von mir erzählt habe, auch anschauen könnt ... lehnt Euch zurück und genießt!



Dienstag, 23. Juni 2015

Kleine Kostbarkeiten eines Regentages

Es war ein Tag im Juni. Hin und wieder zog ein Schauer durchs Land. Kühl war die Luft. Wir hatten mit unseren Freunden gemütlich Kaffee getrunken, als wir durchs Fenster schauten und feststellten, dass der Regen eine Pause gemacht hatte. 

"Lass uns jetzt schnell in den Garten gehen", meinte meine Freundin und schon hatten wir unsere Schuhe an, eine Jacke bzw. ein Tuch um die Schultern gelegt und waren draußen. Hier begann nun ein Spaziergang in die Makrowelt des Gartens.

Lehne Dich zurück, lasse die feinen Muster, die Rhythmen in den Blütengestalten, die ganz eigenwillige Insektenwelt, die unbeschreiblich schönen Farben und die Frische des einzelnen Wassertropfens Dich umfangen und genieße!


Empfehlung:
Verzichte auf eine Vollbildschirmdarstellung zugunsten der Schärfe der Bilder.
Drehe Deinen Lautsprecher auf für Dich angenehme Lautstärke.

Freitag, 3. Januar 2014

Symbol der Hoffnung - die Christrose


Allen Bloglesern und -leserinnen wünsche ich ein gesundes, 
glückliches und erfolgreiches Jahr 2014!

In unserem Garten haben sich die ersten Christrosenblüten geöffnet, ein verheißungsvoller Gruß aus der himmlischen Welt. Feine Regentröpfchen haben sich wie Tränen auf der Außenseite der Blütenblätter versammelt. Das Weiß der Blume erstrahlt in Unschuld, winzige grüne Trichter bilden vor weichem Grün um die Staubgefäße herum einen kreisförmigen Reigen wie kleine Füllhörner des Glücks. In der Mitte strahlt aus dem sanften Gelb ein kleines Sextett von Stempelchen wie eine Krone hervor. Ja, als Königin des Winters dürfen wir sie wohl gern betrachten, diese in der kältesten Jahreszeit wacker sich aufrichtende Schönheit!

Möge sie auch Eure Seele berühren wie sie meine berührt hat!

Sonntag, 25. August 2013

Blütenreigen im August

Was unser Garten im August an Blüten hervorzaubert, mag dieser Reigen darstellen, der keineswegs vollständig ist:



Ganz besonders beschäftigt mich derzeit die Wunderblume, deren Blütenvielfalt ich mir täglich genau anschaue. Hier ein Quartett aus vier verschiedenen Blüten:




Geradezu magisch wirkt die Blüte oben rechts, die ich noch einmal groß darstellen möchte. Die Sonne hatte für einen kurzen Moment von außen auf den Blütenschlund gestrahlt, was zu dieser Lampenwirkung führte:


Bauernkaktus spielt Königin der Nacht

So ein raffinierter Lümmel! Den ganzen Tag habe ich bei Sonnenschein auf der Terrasse neben ihm gesessen, neben meinem BAUERNKAKTUS und habe auf das Tataaaaa der sich öffnenden Knospe gewartet. 





Um 20 Uhr war es mir genug. Es dämmerte langsam und ich ging ins Haus. Kurz vor zehn wollte ich nochmal nachschauen, ob auch die Sitzmöbelpolster schon reingeholt wären, und stellte fest: ER BLÜHT! Da hat doch dieser Bauernlümmel tatsächlich gewartet, bis ich drinnen war, um sich dann wie seine verwandte Diva, die KÖNIGIN DER NACHT, zu verhalten und seine Blüte erst bei Dunkelheit zu öffnen. Ts ts ... Täuschungsmanöver ersten Ranges!

Nun, ich besitze ein Handy mit Blitzlicht und damit kam ich ihm auf die Spur:



Nix da, mal so heimlich in der Nacht aufgehen und am nächsten Morgen ätsch sagen ... Euch, liebe Blogleser,  sei dieses Wunder der Natur nicht vorenthalten:


Es ist die Blüte Nummer 4, seit der Kaktus bei mir sein erneutes Zuhause hat. Und jedes Mal bin ich wieder genau so begeistert wie bei der ersten Blüte. Ist sie nicht schön? Und ganz besonders bei Dunkelheit ... ob die Nachtfalter genauso empfinden? Ich habe den Kaktus draußen gelassen, so dass sie sich an ihm laben können (wenn es denn so ist).

Und weitere Knospen versprechen eine Fortsetzung der Freude ...

Donnerstag, 22. August 2013

Kaktus - die Dritte

Mein Quartett hat mich mit der dritten Blüte seit meiner Pensionierung beschenkt. Dieses Mal will ich nicht viel dazu schreiben, sondern die Bilder sprechen lassen, höchstens hier und da mal eine Bildunterschrift hinzufügen. Viel Freude beim Betrachten!

Sehr groß ist die Blüte nicht, aber wunderschön ...

... wie man hier sehen kann

Mund auf ... aaaaaaaaaaaah ... ein tiefer Blick in den dunkelgrünen Schlund

Die Kelchblätter

Der äußere Kreis von Staubblättern umrundet den innen liegenden Teppich vieler weiterer Staubgefäße,
der Stempel streckt sich aus seinem "Heer von Helfern" nach oben

Schon entwickeln sich neue Knospen

Verblüht!

Die Blütenblätter ziehen sich nach innen ...

... und ich bin nun doch zu neugierig ...
Was steckt in der Blüte?
Ich schlitze sie vorsichtig auf, gehe dem Schlund auf den Grund ...

... und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus - lauter feine Zuleitungen für jedes einzelne Staubgefäß!

Was für ein Wunder!

Innerlich verneige ich mich tief vor dieser göttlichen Kreation!
Übrigens ist die nächste (vierte) Knospe schon sehr weit entwickelt. Und weitere versprechen noch mehr Freude ...

Dienstag, 6. August 2013

Entwicklung einer Kaktusblüte

Mein Kaktus ist in Pension - so wie ich. Er wird nicht wieder in die Schule gehen. Er bleibt jetzt bei mir und ist mein Lehrer, ein Lehrer, der viel Freude macht. Und das möchte er auch gern für Euch, meine Blogleser, sein.
Zu diesem Zweck hat er gerade mindestens sieben neue Blüten angelegt, alle in unterschiedlichem Stadium. An diesen können wir ganz genau studieren, wie sich eine Kaktusblüte entwickelt. Hier hat das auch schon mal jemand in wunderbaren Fotos dokumentiert, allerdings ohne den Werdegang genauer zu beschreiben. Ich mache mir bei der Anschauung gern meine Gedanken und gebe das Beobachtete in meinem Blog weiter.

Es geht los!

Zunächst zeige ich hier die aktuelle Gesamtgestalt meines Kakteenquartetts. Man erkennt neben der inzwischen schon recht lang gewachsenen Knospe viele weitere Knospenansätze.


Schauen wir doch mal genauer hin. Auf den Rippen des Kaktuskörpers sind relativ gleichmäßig auf den Rippen"firsten" verteilt kleine Stachelgrüppchen zu sehen. Von ihnen lassen wir lieber die Finger, denn die Stacheln brechen beim Berühren gern ab, nachdem sie sich in unsere Haut vertieft haben. Obwohl es Kakteen gibt, z. B. die Feigenkakteen, deren Stacheln noch viel unangenehmer sind, weil sie am Ende ganz fiese Häkchen haben, die in der Haut stecken bleiben und nur schwer zu entfernen sind.

Der rote Pfeil zeigt in solch einem Grüppchen die Stelle an, aus der sich eine Blüte entwickeln kann. 



Hier ist es bereits passiert. Ein kleines Püschelchen hat sich aus dem Körper hervorgeschoben, noch umhüllt mit vielen kleinen Härchen, die leicht spiralig angeordnet sind.



Das nächste Wachstumsstadium - kleine Blättchen lugen hervor. Sie sehen aus wie eine verkümmerte Form von Kelchblättern, doch sollen sie noch größer, vor allem länger werden.



Währenddessen wächst der Blütenstängel, der aber noch von vielen Härchen bedeckt ist. Sollen sie das zarte Gebilde vor irgend etwas schützen? Vielleicht vor der nächtlichen Wüstenkälte, die die Knospe erfrieren lassen könnte?



Je weiter der Stängel wächst, desto dünner wird sein Haarkleid. Auch am Ansatz des Stängels sitzen kleine spitze Blättchen.



Die Härchen werden bei fortschreitendem Wachstum immer dünner. Hier können wir erkennen, dass sie sich hauptsächlich um die Ansatzstellen der kleinen Blättchen herum angeordnet haben. Der Stängel wirkt nun kräftig. Er ist saftig grün und fest.



Die Kelchblätter sind inzwischen sehr lang und schmal geworden. Sie tragen ein dunkles Rosa, das sich auch später ganz zart in den Spitzen der Blütenblätter andeutet.



Wenn wir die Knospe von oben betrachten, erkennen wir eine spiralige Anordnung der Kelchblätter. Ein Grundmuster der Natur!



Mein Herz füllt sich mit Freude - jedes Mal, wenn ich solch ein göttliches Wunderwerk betrachte. Keines Menschen Hand hat daran gewerkelt. Die göttlichen Muster offenbaren sich uns, wenn wir nur die Augen öffnen und geduldig zuschauen. Was für ein Geschenk!

Und was mich noch ganz besonders erfreut, ist die Art, wie der Kaktus mit mir kommuniziert.
So lange er in der Schule stand, hat er nur ein einziges Mal geblüht und das war einmal in den Sommerferien. Ich war zur Konferenz einige Tage vor Schulbeginn in die Schule gekommen, hatte nur einmal kurz in meinen Klassenraum schauen wollen um etwas vorzubereiten und entdeckte dort die voll geöffnete Blüte. Es war für mich so, als wolle er mir zeigen, dass er genau wusste, wann ich kommen würde. Ich erinnere mich noch genau an meine Gedanken, die ich beim Verlassen der Klasse vor den Ferien gehabt hatte: "Du hast wohl keine Lust zu blühen. Na ja, dann muss ich Dich auch nicht gießen während der Ferien."
Und dann zeigte er es mir aber. Ja, ich bin sicher, er tat es, denn an dem Tag, als der Unterricht nach den Ferien begann, war seine Blüte bereits abgefallen. Er hat genau an dem einzigen Ferientag geblüht, an dem ich in der Schule war. Für die Kinder war es zu spät gewesen.
Das zweite Mal, dass er mich von seiner Kommunikationsfähigkeit überzeugte, war das zweite Blüherlebnis. Ich war ein letztes Mal in der Schule, holte meine persönlichen Dinge ab, um in den Ruhestand zu gehen. Dort stand er, der Vierfachkaktus - ganz hinten in der Ecke der hintersten Fensterbank. Ob ihn seit meiner Erkrankung vor einem halben Jahr überhaupt jemand beachtet hatte? Wahrscheinlich hat ihn niemand gegossen. Ich hätte ihn stehen gelassen, wenn ich nicht genauer hingesehen und zwei lange Blütenstängel entdeckt hätte. Sie streckten sich mir entgegen, als wollten sie mir sagen: "Aber du willst uns doch jetzt nicht etwa hier lassen!?!" Ich konnte natürlich diesem Reisewunsch nicht widerstehen. Im Gegenteil, ich packte ihn vorsichtig in eine der mitgebrachten Umzugskartons und stellte ihn zuhause gleich an ein sonniges Plätzchen auf der Terrasse. Es dauerte nur drei Tage, bis sich beide Blüten gleichzeitig für einen Tag öffneten.
Und nun - nur einen knappen Monat später - scheint er mir zeigen zu wollen, dass es sich für mich gelohnt hat, ihn, den stacheligen Gesellen, einzupacken und mit mir nach Hause zu nehmen.
Ich werde weiter darüber dokumentieren.

Hier nochmal die anderen Kaktusseiten zum Nachlesen des bisherigen Geschehens.

Sonntag, 4. August 2013

Magie der Purpurwinde

Nur einen Tag blühen die Blüten dieser wunderschönen Winde. Ungern sehen wir sie als Ackerwinde, wenn sie in den Sträuchern und Stauden unseres Gartens emporklettert und die Pflanzen zu erwürgen scheint mit ihren sich um alles ringelnden Ranken. Auch die Wurzeln der Artverwandten sind kaum auszurotten. Und doch hat sie vor dem Schöpfer den gleichen Wert wie dieses Exemplar, um das ich mich dieses Jahr überhaupt nicht zu kümmern brauchte. 
Letztes Jahr hatte ich in jedem meiner Terrassentröge je ein Exemplar gepflanzt, das sich durch seine Samen ordentlich vermehrt hat und dieses Jahr von ganz allein wieder erschien.

Nicht nur die Ranken winden sich spiralig, die Spirale ist Programm dieser Pflanze, was sich auch im Blütenbau zeigt. Auf dem oberen Foto ist die Knospe noch geschlossen, sollte sich dann aber im Laufe des Vormittags öffnen zu einem geheimnisvollen Kelch, aus dessen Mitte das Licht geradezu zu leuchten scheint. Ipomoea tricolor Scarlet O' Hara ist ihr Name und ebenso geheimnisvoll und hübsch erscheint sie in meinem Garten.


Die Blüte birgt in ihrem Inneren ein feinstreifiges Muster, bei dem der Schöpfer sich etwas gedacht haben muss. Eine kleine Insektenautobahn vielleicht? Das Licht muss auf die Tiere wie ein Magnet wirken, denn gern tummeln sich kleine Schwebfliegen darinnen. Die kleinen weißen Pünktchen zeugen von vergangenem Insektenbesuch, bei dem das Tierchen bereits etwas Blütenstaub verschleppt hat.
Tief im Kelch sieht man in blassem Grün den Fruchtknoten, darüber den Stempel. Die Staubblätter scheinen sich über der Stempelnarbe zusammenzuschließen. Leider ist dies trotz Makroaufnahme nicht genau zu erkennen, doch werde ich in den nächsten Tagen noch genaue Untersuchungen dazu anstellen.




Blütenpoesie:


An die Purpurwinde

Geheimnisvoll wie die Sonne im All

Geheimnisvoll leuchtest Du mir entgegen.
Tief in Deiner Mitte,
aus der Dein Strahlen unerklärbar strömt,
hast Du Dich wie eine Lampe entzündet,
um mich in Staunen zu versetzen.
Dem Zentralgestirn Sonne inmitten ihrer Sterne tust Du es gleich,
ohne ihr Licht hinter Dir zu haben.
Nein, vor Dir steht sie
und doch hältst Du ihr Dein eigenes Licht entgegen.
Kleines Wunder Du,
das eigensinnig beweist,
dass es der großen Quelle Energie
aus sich selbst heraus zu schenken vermag.
Gleichnis magst Du daher sein
für mich als Mensch,
der auch ich nichts anderes verströmen kann
als die eine universelle Liebe.

UN 4.8.13



Noch am selben Tag zieht sich die Blüte nach innen und entwickelt ihre Früchte im Verborgenen. Auch dieses Jahr werde ich das Versamen zulassen, spart es doch auch Neubepflanzungen im nächsten Jahr.

"Ich mag nimmer," scheint sie zu sagen. Schmollend verschließt sie ihren Mund, der nun auch von außen, entgegen der Farbe des Knospenäußeren, ganz purpurfarben geworden ist.


Dienstag, 23. Juli 2013

Ende einer Kaktusblüte


Alles ist vergänglich - auch die schönsten Blütenformen verschwinden in einem trockenen Knubbelchen.
Wie gut, dass ich die Blüte gezeichnet habe:



Donnerstag, 20. Juni 2013