Montag, 5. August 2013

Von nah zu fern

Lieber Blogbesucher,

lass Dich durch die folgende Bilderserie mal auf nette Weise überraschen. Manchmal muss man im Garten in die Makroperspektive gehen, um Putziges zu entdecken.

Ein merkwürdig blauer Himmel ... oder? Was zieht sich denn da von links nach rechts durchs Bild? Ein Gestänge? Gläser?



Wir gehen ein paar Zentimeter zurück. Aha ... das Objekt scheint kugelrund zu sein und tintig blau. Im Hintergrund etwas aus Holz? Ein Spiegel vor einer Holzwand?



Aah! Eine Rosenkugel. Doch was bildet sie ab? Gläschen in einem Gestänge? Was kann das sein? 



Ah so, jetzt kommt Klarheit ins Bild. Windlichter stecken in dem Trog mit Blumen. Aber das Gestänge war doch viel länger ...



es entpuppt sich als ein aus rostigem Eisen gefertigter Baum mit fünf kleinen Windlichtern:



Zurück auf Anfang - zu einem gedrehten und gekippten Foto:


Sonntag, 4. August 2013

Magie der Purpurwinde

Nur einen Tag blühen die Blüten dieser wunderschönen Winde. Ungern sehen wir sie als Ackerwinde, wenn sie in den Sträuchern und Stauden unseres Gartens emporklettert und die Pflanzen zu erwürgen scheint mit ihren sich um alles ringelnden Ranken. Auch die Wurzeln der Artverwandten sind kaum auszurotten. Und doch hat sie vor dem Schöpfer den gleichen Wert wie dieses Exemplar, um das ich mich dieses Jahr überhaupt nicht zu kümmern brauchte. 
Letztes Jahr hatte ich in jedem meiner Terrassentröge je ein Exemplar gepflanzt, das sich durch seine Samen ordentlich vermehrt hat und dieses Jahr von ganz allein wieder erschien.

Nicht nur die Ranken winden sich spiralig, die Spirale ist Programm dieser Pflanze, was sich auch im Blütenbau zeigt. Auf dem oberen Foto ist die Knospe noch geschlossen, sollte sich dann aber im Laufe des Vormittags öffnen zu einem geheimnisvollen Kelch, aus dessen Mitte das Licht geradezu zu leuchten scheint. Ipomoea tricolor Scarlet O' Hara ist ihr Name und ebenso geheimnisvoll und hübsch erscheint sie in meinem Garten.


Die Blüte birgt in ihrem Inneren ein feinstreifiges Muster, bei dem der Schöpfer sich etwas gedacht haben muss. Eine kleine Insektenautobahn vielleicht? Das Licht muss auf die Tiere wie ein Magnet wirken, denn gern tummeln sich kleine Schwebfliegen darinnen. Die kleinen weißen Pünktchen zeugen von vergangenem Insektenbesuch, bei dem das Tierchen bereits etwas Blütenstaub verschleppt hat.
Tief im Kelch sieht man in blassem Grün den Fruchtknoten, darüber den Stempel. Die Staubblätter scheinen sich über der Stempelnarbe zusammenzuschließen. Leider ist dies trotz Makroaufnahme nicht genau zu erkennen, doch werde ich in den nächsten Tagen noch genaue Untersuchungen dazu anstellen.




Blütenpoesie:


An die Purpurwinde

Geheimnisvoll wie die Sonne im All

Geheimnisvoll leuchtest Du mir entgegen.
Tief in Deiner Mitte,
aus der Dein Strahlen unerklärbar strömt,
hast Du Dich wie eine Lampe entzündet,
um mich in Staunen zu versetzen.
Dem Zentralgestirn Sonne inmitten ihrer Sterne tust Du es gleich,
ohne ihr Licht hinter Dir zu haben.
Nein, vor Dir steht sie
und doch hältst Du ihr Dein eigenes Licht entgegen.
Kleines Wunder Du,
das eigensinnig beweist,
dass es der großen Quelle Energie
aus sich selbst heraus zu schenken vermag.
Gleichnis magst Du daher sein
für mich als Mensch,
der auch ich nichts anderes verströmen kann
als die eine universelle Liebe.

UN 4.8.13



Noch am selben Tag zieht sich die Blüte nach innen und entwickelt ihre Früchte im Verborgenen. Auch dieses Jahr werde ich das Versamen zulassen, spart es doch auch Neubepflanzungen im nächsten Jahr.

"Ich mag nimmer," scheint sie zu sagen. Schmollend verschließt sie ihren Mund, der nun auch von außen, entgegen der Farbe des Knospenäußeren, ganz purpurfarben geworden ist.


Knallfarben in meinem Garten


Heute führte mein Gartenspaziergang ganz nah ran an die Blumen. Die Farben, die ich dabei einfing, tun fast schon den Augen weh. Es ist für mich immer wieder ein Wunder, wie die Schöpfung so etwas Sattes zustande bringt. 

Im nächsten Post mehr zu den Blumen und dem Objekt in der Mitte ...

Gruß an Susi, der ich immer zu wenig im Gartenblog zeige ... und Glückwunsch zum Ferienbeginn!

Mittwoch, 31. Juli 2013

Meine Funkienecke

Endlich haben sie zu blühen begonnen, meine Funkien. In anderen Gärten habe ich sie schon längst in Blüte gesehen. Vielleicht haben sie dort mehr Schatten, ich weiß nicht, woran es liegt. Nächstes Jahr muss ich die mit den riesigen Blättern rechts im Hintergrund umsetzen an einen Platz, wo sie mehr Raum hat. Ich hätte niemals gedacht, dass diese Blumen so weit auseinander gepflanzt werden müssen. Ich wollte sie - es sind 7 verschiedene Exemplare - so gern beieinander haben. Nun wird die Funkienecke eben mitwachsen müssen.


Kleines Stillleben aus dem eigenen Garten in Orange-Blau

Da ich im Garten immer nur Kleinigkeiten abschneide, muss ich bei der Verschönerung des Hauses immer etwas erfinderisch sein. Der Garten gibt einfach keine riesigen Sträuße her, ohne, dass dabei sichtbare Löcher entstehen. Aber es geht auch minimalistisch. Schaut her:


Lavendel gibt es bei mir reichlich, die Hortensie gab gern eine Dolde her und die Tagetes verspricht noch allerhand Blütennachwuchs. Wenn ich mit Acryl malen könnte, dann wäre das jetzt irgendwie dran. Aber ich kann's (noch?) nicht.

Dienstag, 23. Juli 2013

Ende einer Kaktusblüte


Alles ist vergänglich - auch die schönsten Blütenformen verschwinden in einem trockenen Knubbelchen.
Wie gut, dass ich die Blüte gezeichnet habe:



Magische Momente

Ich mag gerade sie am liebsten, diese magischen Momente, die sich so aufdringlich ins Blickfeld rücken, dass man nicht anders kann, als ihnen eine Bedeutung abzuringen. So ging es mir heute in den Abendstunden, als ich durch unseren Garten spazierte. Ein kleines rundes Beet ziert unseren Rasen, mittendrin. Ich gestalte es im Gedenken an meinen im Jahr 2012 verstorbenen Vater. Sein Grab liegt in größerer Ferne und da es für mich gleich ist, wo ich meinem Vater nahe bin, da ich ihn im Herzen trage, kann ein Naturplätzchen dazu auch in unserem Garten sein. Wenn ich es gestalte, fühle ich mich ihm besonders nah.
Nachdem unser kleiner Gnom Sansorius in einem Winter zerbröselt war, lag der flache Stein, auf dem er gehaust hatte, leer in dem Rundbeet. Hier ist der kleine Schelm noch ganz:




Inzwischen ist das Beet erheblich größer geworden, da ich es regelmäßig rundherum absteche und es dabei nach und nach wächst. Es sind noch ein paar Semperviven dazugekommen, auch ist der kleine Euonymus im Hintergrund gehörig gewachsen und der Holzbogen ist kaum noch zu sehen. Das steinerne Herz aus Norwegen hat nach wie vor seinen Platz.

So fand ich das Beet heute Abend vor:


Auf der kleinen Steinplatte steht inzwischen ein Engel, den mir eine liebe Nachbarin geschenkt hat. Im Hintergrund ist das norwegische Steinherz zu sehen. Und nun sieh mal einer an - was ist denn da geschehen? Hat doch der kleine Engel mit magischem Blick eine Blüte direkt vor seiner Nase hochgezaubert! Dieser Zusammenhang sieht so umwerfend komisch aus, dass ich ihn von vielen Seiten mit der Kamera einfing.


Was für ein bezwingender Blick! 
Die leeren Körbchen des Engels störten mich. Dieser Engel der Fülle kann doch nicht mit leeren Körben vor so einer schönen Blüte stehen! Also beschenkte ich ihn mit zwei kleinen Sträußchen, die nun seine Körbe zieren:


Dies ist nur ein Steinengel, doch danke ich im Herzen den Kräften der Natur, den engelhaften und elfenhaften Wesen, die diesen Zauber in meinem Vater-Gedenkbeet zustande brachten.

Und nun zum Schluss noch ein paar andere Perspektiven: